Als Schule aus der Corona-Zeit lernen: Anregungen

Noch ist Fernlernen angesagt – doch es naht die Zeit, in der die Schulen wieder öffnen werden. Auf dem Weg zurück sind viele Fragen zu klären, die weit über Hygienemassnahmen hinausgehen. Einige davon hat Prof. Dr. Klaus Zierer in seinem Vortrag im «Netzwerk on Air» wunderbar auf den Punkt gebracht: Wie steigt man nach so einer langen Auszeit wieder ein? Wie erreicht man wieder eine gemeinsame Arbeitsfähigkeit? Wie viel und welcher Stoff sollte in der verbleibenden Zeit noch vermittelt werden? Wie reflektiert man diese intensive Zeit und das grosse Real-Experiment, in das wir alle geworfen wurden? Wir zeigen Ideen, die Schulleitende, Steuergruppen und Teams beim gemeinsamen Reflektieren und wieder Anfangen unterstützen und inspirieren können – inklusive einer praktischen Fragen-Liste.

Wir alle sind von heute auf morgen gefordert gewesen, neue Wege auszuprobieren. Neben Hindernissen und Einschränkungen gab es an vielen Stellen auch ein Ausprobieren von Neuem, innovative Ideen, Einarbeiten in neue Lernformen, Aneignen von digitalen Medien und vieles mehr. Gewohnte Muster wurden unterbrochen und neue Ideen ausprobiert. Gibt es dort Ideen und Vorgehensweisen, die man auch in den normalen Alltag übertragen möchte? Wenn wir jetzt nicht bewusst hinschauen, fallen wir leicht in die gewohnten alten Muster zurück und die vielen kleinen und grösseren Innovationen gehen im Alltag verloren.

In der Zeit der geschlossenen Schulen sind sicherlich Themen, Bedürfnisse und Aspekte des Alltags auf der Strecke geblieben. Da so vieles nicht planbar war, sollte es beim Aufarbeiten nicht um die Suche nach Schuldigen gehen, sondern um Würdigung und Auswertung, ums Einsammeln und den Überblick (zurück) gewinnen.

Worauf blicken wir eigentlich genau?

Ebenen, die man bei der Reflektion der
Fernunterrichtszeit betrachten könnte

Die Coronakrise und die Schulschliessung haben praktisch alle Ebenen des Lebens betroffen. Damit die Reflektion nicht ins uferlose abdriftet, kann es sich lohnen, zuvor zu definieren, über welche Ebenen und Interaktionsbeziehungen man reden möchte. Denkbar wären etwa

  • das persönliche Erleben und Lernen der Involvierten (Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Schulleitung, Eltern);
  • die Kommunikation und die Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen (Schulleitung und Kollegium, Lehrpersonen und Kinder, Lehrpersonen untereinander, Lehrpersonen und Eltern);
  • das Nutzen von digitalen Plattformen und Zusammenarbeitsformen.

Wie machen wir das in Zeiten von Social Distancing?

Grosse Schulkonferenzen sind derzeit kaum möglich. Eine Idee wäre, Einzelarbeit und «reale» Arbeit in Kleingruppen zu verbinden mit dem Nutzen von Visualisierung/Dokumentation in Online-Tools. Auch ein personell gestaffeltes World-Café wäre denkbar. Was wir vermeiden würden, ist alles digital oder in Form eines Fragebogens sichtbar zu machen. Nach so viel Einzelarbeit und Isolation scheint es uns wichtig, dass man in den Austausch miteinander geht, verschiedene Sichtweisen abgleichen und Ideen zusammentragen kann.

Wie weiter?

Im Dokument «Anregung Reflexionsfragen Fernlernen» finden Sie weitere Anregungen, Hilfestellungen und Denkanstösse. Fühlen Sie sich frei, die Fragen so umzuformulieren oder zu ergänzen, dass es für die Situation an Ihrer Schule am besten passt.

Wer mehr wissen will zum Vortrag von Prof. Dr. Klaus Zierer zur Herausforderung Fernunterricht und dem Übergang in den normalen Unterricht, kann den Vortrag online nachschauen (mit eduBS-Login).

Wer sich für das Thema «gewohnte Muster brechen» interessiert und wissen will, welche Resilienzfaktoren uns helfen, Krisen durchzustehen, dem sei der Vortrag von Prof. Dr. Hans A. Wüthrich «Orientierung, wenn das Drehbuch fehlt» empfohlen (mit eduBS-Login).

Falls Sie sich im Reflexionsprozess ein Sparringpartner wünschen oder Erfahrungswerte für die Kombination von realen Gruppen und digitalen Tools fehlen, helfen Christoph Gütersloh und Leonie Burri von der Schulentwicklung des PZ.BS gerne weiter. Sie können auch geeignete Prozessbegleitungspersonen empfehlen, die auf diesem Weg unterstützen.

Autor: pz.bs

Das Pädagogische Zentrum PZ.BS unterstützt Lehrpersonen, Schulleitungen und weitere Mitarbeitende der Basler Schulen mit Weiterbildung, Beratung, Infrastruktur und vielem mehr. Es ist Teil des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s