Technisches und Bildnerisches Gestalten im Fernunterricht

Gestalten geht auch mit Stöckchen, Petflaschen oder ungekochter Pasta.

Gerade die gestalterischen Fächer, die von einem handlungsorientierten Unterricht mit Werkstoffen und Gestaltungsutensilien geprägt sind, sind mit dem Fernunterricht vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Schülerinnen und Schüler haben in ihrem privaten Umfeld unterschiedliche Materialien und Werkzeuge zur Verfügung – wenn überhaupt – und die Heim-Räumlichkeiten sind begrenzt. In diesem Beitrag liefert Fabienne Dombois, Fachexpertin Bildnerisches und Technisches Gestalten am PZ.BS, Ideen, wie der Gestaltenunterricht an die Situation Fernunterricht angepasst werden kann.

Klar ist, dass Anspruch an eine perfekte Lernumgebung heruntergebrochen werden muss. Gleichzeitig soll das Bestreben nach reflexiven Werten aber weiterhin verfolgt werden. Stand im normalen Unterricht beispielsweise der Werkstoff Holz im Zentrum, können jetzt Petflaschen, Holzstöckchen, alte Veloschläuche oder sogar ungekochte Pasta zu interessanten Werkmaterialien werden. Wie in allen anderen Fächern ist es bedeutend, die Beziehungen der Schülerinnen und Schüler untereinander sowie zur Lehrpersonen aufrechtzuerhalten.

Projektarbeiten

Projektartiges Arbeiten mit begleitendem Tagebuch eignet sich besonders, damit die Schülerinnen und Schüler nicht durchgängig im Frontalunterricht nach Stundenplan vor den Computern sitzen müssen. Wenn es die Klassenstruktur zulässt, empfehlen sich nach Absprache im Klassenteam fächerübergreifende Projekte.

  • Land Art: Vielleicht wollten Sie mit Ihrer Klasse schon lange einmal in die Natur und sich mit Andy Goldsworthy im Gepäck mit Land Art beschäftigen, aber es hat stundenplantechnisch einfach nie gepasst? Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt, die Kinder und Jugendlichen mit etwas Hintergrundwissen über Land Art alleine ziehen zu lassen – selbstverständlich im Rahmen der Weisungen des BAG. Die individuellen Experimente in der Natur (oder auch in den eigenen Räumlichkeiten) können mit dem Handy (fotografisch, filmisch) und/oder auch zeichnerisch/schriftlich aufgezeichnet und dokumentiert werden. Zur Land Art von Andy Goldsworthy
  • Arbeiten mit Fundstücken aus dem eigenen Haushalt: Die Schülerinnen und Schüler suchen nach Gegenständen – Hölzern, Schrauben, andersartigen Fundstücken in ihrer unmittelbaren Umgebung oder im Haushalt – und stellen damit ein Objekt/Mobile nach ihrer individuellen Methode her. Dazu kann ein Tutorial erstellt werden, das die einzelnen Arbeitsschritte aufzeigt, die verwendeten Materialien, die möglichen Verbindungsvarianten etc.
  • Lernvideo erstellen: Die Schülerinnen und Schüler sehen sich Lernvideos der Lehrmittelreihe «Technik und Design» an und erstellen ein eigenes Tutorial mit dem Handy unter Berücksichtigung der im Vorfeld aufgestellten Kriterien. Zu den Lernvideos Oder die Jugendlichen erstellen ein Video mit «Gestalten-Hacks» für ihre eigenen Gestaltungsideen, ähnlich den Videos der 5-Minuten-Tricks-Reihe auf YouTube.
  • Schulprojekte von Mario Urlass: Auch die Schulprojekte von Mario Urlass – einigen vielleicht  bekannt von der Impulstagung «Querdenken“» im April 2019 – können eine wertvolle Inspirationsquelle sein. Zu den Schulprojekten
  • Neben all dem Einzelding eine kleine Stärkung des Miteinanders in Form eines Gemeinschaftswerkes, ganz analog? Beispielsweise zum Thema Comic? Dazu könnte von der Lehrperson ein Zeichenpapier mit x Feldern/Panels (entsprechend der Anzahl Schülerinnen und Schüler) vorbereitet werden. Das erste Bild wird von Schüler A (unter Berücksichtigung der vorab aufgestellten Kriterien) gezeichnet, er schickt es an die nächste Schülerin weiter, diese setzt die Geschichte fort und schickt es an die nächste Adresse, bis die ganze Klasse daran beteiligt war und ein abschliessender Comic daraus entstanden ist.

Nützliche Links

  • «Technik und Design» im Fernunterricht
    Die Lehrmittelreihe «Technik und Design» versucht Schulen in ihrem Auftrag zu unterstützen, die Schülerinnen und Schüler aus der Ferne zu unterrichten. Zum Konzept der Lehrmittelreihe gehört ein umfangreiches digitales Angebot. Eine App für Schülerinnen und Schüler und eine Lehr- und Lernplattform ergänzen die Lehrmittelreihe mit Anschauungsmaterial und Lernkontrollen. 
  • Projekt do-it-werkstatt.ch
    Das Projekt do-it-werkstatt.ch arbeitet mit der Lehrmittelreihe «Technik und Design» zusammen.  Beispielsweise können dort die Hilfsgeräte, welche in den Lernvideos zu den Verfahren vorgestellt werden, bestellt werden. Für den Fernunterricht werden zurzeit einfache Aufgaben entwickelt mit Bildanleitungen, die Schülerinnen und Schüler zu Hause ohne Fachräume entwickeln können.
  • «Werkspuren» digital
    Die Redaktion der «Werkspuren» baut gemeinsam mit weiteren Initiantinnen, Freunden und Interessierten eine Plattform mit Material auf, das sich für den Fernunterricht im Technischen und Textilen Gestalten eignet.
  • Fächernet
    Die Lehrplan- und Lehrmittelkommission des Kantons Bern hat den Auftrag erhalten, für die Fachbereiche Unterlagen und Materialien bereitzustellen, damit die Schulen den Fernunterricht aufbauen können. Umsetzungshilfen werden im Fächernet für alle Stufen und Fachbereiche zur Verfügung gestellt und laufend erweitert.
  • Digitales Zusatzmaterial zu «bildwärts»
    Zum zweibändigen Handbuch «bildwärts» (2. und 3. Zyklus) wird elektronisches Zusatzmaterial zur Verfügung gestellt. Dieses ist in drei Kategorien unterteilt: Kunstpostkarten, Kopiervorlagen und Kompetenzraster. Kopiervorlagen enthalten zusätzliche Texte und Bildmaterial, Kunstpostkarten Werke aus der bildenden Kunst. Die nötige Lizenz wurde allen Lehrpersonen Bildnerisches Gestalten der Schulen Basel-Stadt zugestellt.
  • Schnellkurs Cartoonzeichnen
    Fünfminütiges Erklärvideo zum Cartoon-Zeichnen, das auch weniger Begabten hilft, sich auf wichtige Dinge zu fokussieren und mit den Figuren Emotionen zu transportieren.

Gestalten allgemein und Kunstgeschichte:

Autor: pz.bs

Das Pädagogische Zentrum PZ.BS unterstützt Lehrpersonen, Schulleitungen und weitere Mitarbeitende der Basler Schulen mit Weiterbildung, Beratung, Infrastruktur und vielem mehr. Es ist Teil des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

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