Antworten auf häufig geäusserte Fragen, Wünsche und Kritikpunkte zur ICT-Situation in Basel-Stadt

Foto Fragen und Unterstützung 1In den Austauschrunden an der Tagung «Unterrichten im digitalen Zeitalter» am 5. September 2018 und in den Feedbackantworten wurden einige Fragen, Wünsche und Kritikpunkte zur ICT-Situation in Basel geäussert. Hier gibt es Antworten und Erklärungen dazu.

Auf Wunsch kommt gerne jemand von ICT Medien PZ.BS in eine Schulhauskonferenz, um dort Fragen und Wünsche direkt zu klären.

WLAN
«Wir haben kein WLAN.»

Seit Ende Sommer 2018 ist in allen Sek I-Standorten WLAN flächendeckend vorhanden.

In den Primarschulen gibt es weiterhin mobile Access Points. Damit diese gut funktionieren, müssen sie zwingend in dem Raum sein, in dem das WLAN benutzt werden soll. Ab 2020 sollen schrittweise, vorausgesetzt die politischen Prozesse für einen neuen Ratschlag verlaufen positiv, auch die Primarschulen mit flächendeckendem WLAN ausgerüstet werden.

«Schülerinnen und Schüler können mit ihren Geräten nicht aufs WLAN zugreifen.»

Technisch wäre es kein Problem, das WLAN auch für alle Schülerinnen und Schüler zu öffnen. Dies ist aus Haftungsgründen vorläufig nicht möglich: Wenn man das WLAN einfach so für alle Geräte öffnen würde, könnte man nicht mehr rekonstruieren, wer auf welche Seiten zugegriffen hat. Diese technische Möglichkeit muss ICT Medien haben, um etwa Anfragen der Jugendstaatsanwaltschaft beantworten zu können.

Das Netz zeitlich begrenzt für eine Klasse zu öffnen, wäre technisch ebenfalls möglich, aber relativ aufwändig. Da ICT Medien rund vierzig Schulhäuser betreut und gleich behandeln muss, sind aufwändige Speziallösungen leider nicht möglich.

GERÄTE
«Wir haben nicht genügend Laptops.»

In der Primarschule gibt es eine Ausstattung von mindestens vier Geräten, an der Sek I von mindestens fünf Geräten pro Klasse. Wenn alle die Laptops intensiv nutzen, ist die Ausstattung mittlerweile zu gering. Bei gelegentlichem Gebrauch sollten sie ausreichen. Hier hilft es, wenn die Geräte klug verwaltet werden (etwa über das Reservationsmodul in ILIAS). Erschwerend kann hinzukommen, wenn etwa alle Französisch-Stunden gleichzeitig stattfinden – da könnte man eventuell beim Pensenlegen vorbeugen. Auch die Checks sind aus Sicht der Geräteverfügbarkeit problematisch, da sie die Laptops für zwei Monate praktisch aus dem Verkehr ziehen.

Die Schüler- und Klassenzahlen in Basel-Stadt haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, Budget und Personal von ICT Medien blieb aber unverändert. Anträge auf eine Budgeterhöhung wurden abgelehnt. Im bestehenden finanziellen Rahmen ist es schwierig, weitere Ausbauwünsche zu erfüllen. Ein neuer politischer Ratschlag zum Ausbau der ICT-Infrastruktur an den Volksschulen wird derzeit erarbeitet. Wird dieser bewilligt, können mehr Geräte beschafft werden.

«Wir brauchen Tablets.»

Von allen Tablet-Lösungen sind iPads am besten geeignet für den Einsatz im Unterricht. Aber die meisten guten Lern-Apps funktionieren nur, wenn man die Geräte 1:1 verteilt, sonst werden u. a. Lernstände von anderen Schülerinnen und Schülern überschrieben. Leider bietet Apple bisher keine praktikable Möglichkeit, verschiedene Benutzerinnen und Benutzer mit eigenen Profilen mit einem iPad arbeiten zu lassen und somit iPads als Poolgeräte einzusetzen. Andere Tablet-Lösungen (Android, Windows) überzeugten in den bisherigen Tests nicht.

«Wieso setzen wir nicht auf BYOD, wo alle ihr eigenes Gerät mitbringen?»

BYOD («bring your own device») bringt zwei Probleme mit sich: Erstens sind Lehrpersonen mit vielen verschiedenen Geräten konfrontiert, mit denen sie sich oft nicht auskennen. Wenn etwas nicht funktioniert, können sie dann nicht weiterhelfen. Das zweite Problem ist grundsätzlicher: Wie gehe ich damit um, wenn nicht alle Schülerinnen und Schüler ein Gerät haben? Um die Chancengleichheit zu unterstützen, schreibt das Schulgesetz in §75.2 vor: «Die Lehrmittel (…) werden in den öffentlichen Schulen während der Dauer der Schulpflicht grundsätzlich unentgeltlich verabfolgt.». BYOD in der Volksschule würde diese Bestimmung aushebeln.

UNTERSTÜTZUNG
«Wir benötigen eine Ansprechperson im Schulhaus.»

Jedes Schulhaus hat eine ICT-Betreuerin oder einen ICT-Betreuer. Diese sind der Schulleitung unterstellt und werden von ICT Medien medienpädagogisch und technisch geschult. Die Entlastung der ICT-Betreuenden wird von der Volksschulleitung geregelt und ist derzeit eher gering. Mit dem in Ausarbeitung befindlichen Ratschlag ist geplant, dass diese Situation verbessert wird. Falls die ICT-Betreuenden nicht mehr weiterwissen, hilft das Team der Medienpädagogik von ICT Medien gerne weiter.

«Wir brauchen Weiterbildungen.»

Das PZ.BS bietet Weiterbildungen zu verschiedenen Themen im Bereich Digitalisierung an, einerseits im Kurszentrum, aber auch als Holkurse oder schulinterne Weiterbildung. Auch das medialab des PZ.BS bietet Workshops zu digitalen Themen an.

Erste fachspezifische Weiterbildungen im Bereich Digitalisierung gibt es ab 2019 (Ozobots im Fremdsprachenunterricht, 3D-Druck im Gestaltungsunterricht, Apps im Sportunterricht). Angebote in weiteren Fächern sind ab 2020 geplant. Wer konkrete Wünsche hat, darf diese gerne per Mail beim Leiter der Weiterbildung PZ.BS deponieren.

Auch die Schulleitungen können hier unterstützen: Etwa, indem sie Zeiträume zur Verfügung stellen, um die Vernetzung zum Thema innerhalb der Schule zu fördern oder indem sie gemeinsam mit Lehrpersonen ein Konzept zur systematischen Einbindung von Medien und Informatik in den Unterricht entwickeln. Die Jahrestagung des Netzwerks Schulentwicklung im Februar 2019 widmet sich genau diesem Thema.

STUFENSPEZIFISCHE THEMEN
«Welche Angebote gibt es für den Kindergarten?»

Der ICT-Ratschlag aus dem Jahr 2012 vertrat aus pädagogischen Gründen den Standpunkt, dass Kindergärten keine Computer oder Tablets für die Kinder erhalten. Trotzdem ist informatische Bildung bereits im Kindergarten möglich, etwa mit Übungen aus dem Programm «Computer Science Unplugged», beim Arbeiten mit Bluebots oder mit dem Bodenplattenspiel «Lets Go Code» (ausleihbar bei ICT Medien).

«Wie werden Apps und Accounts in Lernprogrammen auf der Stufe Sek II finanziert?»

Auf der Stufe Sek II müssen diese Fragen derzeit mit dem jeweiligen Rektorat geklärt werden. Diese Finanzprobleme sollten mit dem «Ratschlag betreffend den Ausbau der Informatikinfrastruktur an den vollschulischen Angeboten der Sekundarstufe II Basel-Stadt (Gymnasien, Fachmaturitätsschule, Wirtschaftsmittelschule)» gelöst werden. Dieser befindet sich aktuell im politischen Prozess.

 

 

 

Autor: pz.bs

Das Pädagogische Zentrum PZ.BS unterstützt Lehrpersonen, Schulleitungen und weitere Mitarbeitende der Basler Schulen mit Weiterbildung, technischer Infrastruktur und vielem mehr. Es ist Teil des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

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